· Mehdi Aroui · Unternehmen  · Lesedauer von ca. 3 Min.

IT-Ausbildung 2017: Netzleiter stellt Geflüchteten als Azubi ein

2017 stellte Netzleiter einen geflüchteten Fachinformatiker-Azubi ein. Rückblick auf eine Entscheidung, die zeigt, was Ausbildungsengagement in der Praxis bedeutet.

2017 stellte Netzleiter einen geflüchteten Fachinformatiker-Azubi ein. Rückblick auf eine Entscheidung, die zeigt, was Ausbildungsengagement in der Praxis bedeutet.

Rückblick: Dieser Beitrag stammt aus dem Jahr 2017 und dokumentiert, wie Netzleiter GmbH damals einen geflüchteten jungen Mann als Auszubildenden zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung einstellte. Wir veröffentlichen ihn als Teil unserer Firmenchronik, weil die Haltung dahinter bis heute gilt.

”Mehr Mut, weniger Angst”

Am 1. August 2017 begann Sadiq Ullah Sultani seine Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung bei Netzleiter. Er war knapp zwei Jahre zuvor aus Afghanistan nach Deutschland geflüchtet, brachte einen Bachelor-Abschluss und ein ausgeprägtes Interesse an Mathematik mit.

Bevor er den Ausbildungsvertrag unterschrieb, hatte er den Weg systematisch geebnet: einen Deutschkurs bis zum C1-Zertifikat, die Teilnahme am Programm “Kompetenz Kompakt” der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Mathematik-Vorlesungen als Gasthörer. Den Kontakt zu Netzleiter vermittelte Hülya Eralp vom KWB (Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung Hamburg), die den Schritt als folgerichtig beschrieb: “Dass Sadiq hier in Deutschland eine duale Berufsausbildung im IT-Bereich macht, war ein absolut logischer Schritt.”

Die Entscheidung aus Arbeitgeberperspektive

Geschäftsführer Mehdi Aroui fasste die Haltung damals so zusammen: “Es ist wichtig, dass man als Unternehmer den Mut aufbringt, sich bei der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten zu engagieren, und dies nicht nur bei niedriger qualifizierten Jobs, sondern auch im Hinblick auf höher qualifizierte Stellen.”

Hinter diesem Satz steckt keine PR-Strategie. Der Gedanke ist pragmatischer: Wer qualifizierte Kandidaten sucht und zugleich Ausbildungsplätze besetzen will, sollte nicht an Herkunft oder Fluchtgeschichte scheitern. Das Risiko, einen Ausbildungsplatz an jemanden zu vergeben, der motiviert und vorbereitet ist, ist gering. Die Chance, einen guten Mitarbeitenden zu gewinnen, ist real.

Die duale Ausbildung nach IHK-Standard, wie sie die Handelskammer Hamburg für Fachinformatiker beschreibt, verlangt nichts anderes als von jedem anderen Auszubildenden auch: Lernbereitschaft, Verlässlichkeit und die Fähigkeit, betriebliche Abläufe zu verstehen.

Was diese Entscheidung über Firmenkultur sagt

Netzleiter ist ein kleines Hamburger IT-Unternehmen. Kein Konzern mit CSR-Abteilung, kein Leuchtturmprojekt mit Fördergeldern. Die Entscheidung, Sadiq einzustellen, fiel im normalen Betrieb: eine Stelle zu besetzen, ein Kandidat mit Substanz, ein Gespräch, ein Vertrag.

Genau das ist der Punkt. Integration durch Ausbildung funktioniert nicht über Proklamationen, sondern über konkrete Stellen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat in seinen Analysen zur Ausbildungsmigration dokumentiert, dass duale Ausbildung einer der stabilsten Integrationspfade in den Arbeitsmarkt ist, wenn sie konsequent genutzt wird.

Für Netzleiter war diese Einstellung kein Ausnahmefall, den man kommuniziert, sondern ein normaler Betriebsvorgang. Dass er es heute in diese Chronik schafft, liegt daran, dass er zeigt, welche Haltung im Unternehmen verankert ist.

Wie Netzleiter heute mit Ausbildung und Karriere umgeht

Netzleiter ist weiterhin ein ausbildendes Unternehmen. Wer sich für Einstiegsmöglichkeiten im Hamburger IT-Betrieb interessiert, findet aktuelle Informationen unter /karriere. Wer mehr über die Menschen hinter Netzleiter erfahren möchte, findet das unter /menschen.

Adresse heute: Weidestraße 134, 22083 Hamburg-Barmbek-Süd. Kontakt: 040 25 499 500, support@netzleiter.com.

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