· Mehdi Aroui · ki-automatisierung  · 3 min read

KI-Werkzeuge im B2B-Alltag 2025: Copilot vs. ChatGPT

Microsoft Copilot, ChatGPT Team und Co. sind in vielen Büros angekommen. Welches Werkzeug passt für welchen Anwendungsfall, was gilt beim Datenschutz in DACH und wann brauchen Sie einen AVV?

Microsoft Copilot, ChatGPT Team und Co. sind in vielen Büros angekommen. Welches Werkzeug passt für welchen Anwendungsfall, was gilt beim Datenschutz in DACH und wann brauchen Sie einen AVV?

KI-Werkzeuge sind im B2B angekommen

Was 2023 noch als Experiment galt, ist 2025 Alltag in vielen KMU: Texte entwerfen, Protokolle zusammenfassen, Code erklären, Recherchen strukturieren. Aus unserer Beratungspraxis in Hamburg sehen wir, wie KMU die Werkzeuge zunehmend nutzen, aber oft ohne klare Governance. Die Werkzeuge haben sich in zwei Jahren erheblich weiterentwickelt, aber die Grundfragen zu Datenschutz, Auswahl und Einsatzgrenzen sind geblieben.

Dieser Leitfaden fasst zusammen, welche Werkzeuge für welchen Zweck taugen und was beim Einsatz in Deutschland und DACH zu beachten ist.

Die wichtigsten KI-Werkzeuge für KMU

Microsoft Copilot (M365)

Microsoft Copilot ist direkt in Word, Excel, Outlook, Teams und SharePoint integriert. Für Unternehmen, die bereits M365 nutzen, ist das der naheliegendste Einstieg.

Stärken:

  • Kein separates Konto, keine neue Oberfläche
  • Daten bleiben im M365-Mandanten, Verarbeitung in der EU möglich
  • Protokolle aus Teams-Meetings automatisch zusammenfassen
  • E-Mail-Entwürfe direkt in Outlook erstellen

Einschränkungen:

  • Erfordert Copilot-Lizenz zusätzlich zu M365 (Stand 2025: ab ca. 28 EUR pro Nutzer/Monat)
  • Qualität der Ausgaben hängt stark von der Qualität der gespeicherten Daten ab
  • Kein freies Chatten über externe Quellen

Datenschutz: Microsoft verarbeitet M365-Copilot-Daten im Rahmen des bestehenden Datenverarbeitungsvertrags (DPA). Kein gesonderter AVV nötig, wenn M365 bereits DSGVO-konform eingerichtet ist.

ChatGPT Team und ChatGPT Plus (OpenAI)

ChatGPT Team ist die Business-Variante für kleine bis mittlere Teams mit eigener Arbeitsbereichtrennung und ohne Training auf Firmeneingaben. ChatGPT Plus ist die Einzelperson-Variante mit vollem Modellzugang.

Stärken:

  • Kein öffentliches Training auf Eingaben (bei Team und Plus)
  • Längere Kontextfenster als die kostenlose Variante
  • API-Zugang für eigene Automatisierungen (über separaten API-Zugang)

Einschränkungen:

  • Verarbeitung primär in den USA, EU-Datenlokalisierung nur eingeschränkt möglich
  • Kein direkter M365-Anschluss, separates Werkzeug
  • Keine native Integration in Office-Produkte

Datenschutz in DACH: OpenAI bietet einen Datenverarbeitungsvertrag (DPA) für Team-Kunden. Personenbezogene Daten ohne Pseudonymisierung sollten nicht eingegeben werden. Für Branchen mit besonderem Schutzbedarf (Arztpraxen, Steuerberater) ist eine Rechtsberatung vor dem Einsatz empfohlen.

Google Gemini for Workspace

Ähnliches Modell wie Copilot, aber im Google-Workspace-Ökosystem. Für Unternehmen, die auf Google Workspace setzen, relevant. In Deutschland weniger verbreitet als M365.

Lokale Modelle (On-Premise)

Für Branchen mit sehr hohem Datenschutzbedarf (Medizin, Recht, Steuerberatung) gibt es zunehmend praxistaugliche lokale Modelle:

  • Ollama mit Llama- oder Mistral-Modellen auf eigenem Server
  • Keine Daten verlassen das Netzwerk
  • Leistung deutlich unter GPT-4-Niveau, für einfache Aufgaben ausreichend
  • Einrichtung und Pflege erfordern IT-Kenntnisse

Datenschutz und AVV-Pflicht in DACH

Wann brauchen Sie einen AVV?

Immer dann, wenn Sie personenbezogene Daten in ein KI-Werkzeug eingeben und der Anbieter diese Daten in irgendeiner Form speichert oder verarbeitet, ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO erforderlich.

Praktische Faustregel:

  • Namen, E-Mail-Adressen, Kundennummern, Gesundheitsdaten: AVV prüfen
  • Allgemeine Texte ohne Personenbezug, Strukturierungsaufgaben: meist kein AVV nötig

Die meisten Business-Tarife von OpenAI, Microsoft und Google stellen AVV-Dokumente bereit. Kostenlose Privatnutzungsversionen tun das in der Regel nicht.

Was nie in öffentliche KI-Werkzeuge gehört

  • Patientendaten, Gesundheitsinformationen
  • Vollständige Kundenstammdaten
  • Interne Finanzdaten mit Personenbezug
  • Passwörter, Zugangsdaten, API-Keys
  • Vertragsinhalte mit Vertraulichkeitsklauseln

Praktische Anwendungsfälle für KMU

AufgabeWerkzeugHinweis
E-Mail-Antworten entwerfenCopilot in OutlookPersonenbezug prüfen
Meeting-Protokoll aus StichpunktenCopilot in TeamsNur intern, kein Kundendaten-Upload
Technische Dokumentation zusammenfassenChatGPT TeamAVV abschließen
Excel-Formeln erklärenCopilot in ExcelKeine Kundendaten in der Datei
Blog-Entwurf erstellenChatGPT oder CopilotFachliche Prüfung danach
Code-Fehler erklärenGitHub Copilot oder ChatGPTKein produktiver Kundencode

Copilot vs. ChatGPT Team: Was passt für Ihr Unternehmen?

KriteriumCopilot (M365)ChatGPT Team
VoraussetzungM365-Lizenz vorhandenKein M365 nötig
IntegrationNahtlos in OfficeSeparates Werkzeug
Datenlokalisierung EUJa (EU Data Boundary)Eingeschränkt
AVV vorhandenIm M365-DPA enthaltenSeparat verfügbar
KostenAufpreis zu M365Eigene Lizenz
Bester EinsatzOffice-WorkflowsFreie Recherche, API

Fazit

Für die meisten KMU in Deutschland ist Microsoft Copilot der sinnvollste Einstieg, wenn M365 bereits vorhanden ist: keine neue Oberfläche, Daten im bestehenden Mandanten, Datenschutz geregelt.

ChatGPT Team lohnt sich, wenn das Team intensiv mit freien Texten, Recherchen oder eigenen API-Automatisierungen arbeitet.

Wichtiger als die Werkzeugwahl ist die klare Nutzungsregel im Unternehmen: Was darf eingetragen werden, was nicht.

Netzleiter berät zu KI-Einführung, M365-Copilot-Rollout und Datenschutz-Grundlagen für KMU.

Hotline: 040 25 499 500 | support@netzleiter.com

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