· Mehdi Aroui · managed-it  · 3 min read

Windows on ARM: x64-Emulation und was heute möglich ist

Vom Surface Pro X zum Copilot Plus PC: Was die x64-Emulation unter Windows on ARM leisten kann, wo die Grenzen liegen und warum ARM-PCs 2025 neu zu bewerten sind.

Vom Surface Pro X zum Copilot Plus PC: Was die x64-Emulation unter Windows on ARM leisten kann, wo die Grenzen liegen und warum ARM-PCs 2025 neu zu bewerten sind.

Windows on ARM: Von der Alpha zur Alltagstauglichkeit

Im Dezember 2020 testete unser Kollege Flamur Müller die damals neue x64-Emulation unter Windows on ARM auf dem Surface Pro X. Der Befund war gemischt: Alltagssoftware lief erstaunlich gut, aber Druckertreiber und Unternehmenssoftware bereiteten erhebliche Probleme. Diese Tests aus unserem Hamburgteam haben sich für viele Kunden gelohnt.

Fünf Jahre später hat sich das Bild verändert. Mit den Copilot Plus PCs auf Snapdragon X Elite und X Plus hat Microsoft und Qualcomm eine neue Generation ARM-Hardware gebracht, die den Vergleich mit Intel- und AMD-Systemen nicht mehr scheuen muss.

Was 2020 getestet wurde

Flamur Müller testete auf Surface Pro X (Microsoft SQ1, 16 GB RAM) die damals im Alpha-Status befindliche x64-Emulation.

Was funktionierte:

  • Office-Anwendungen ohne spürbare Unterschiede
  • Microsoft Teams (seit Oktober 2020 als native ARM-App)
  • Photoshop Beta und Lightroom (nativ)
  • Jabra Direct, 7-Zip (ARM-nativ), HwInfo64, NotePad++, Adobe Reader x64, VLC

Was nicht funktionierte:

  • Druckertreiber aus der Domäne (kritischer Unternehmensbereich)
  • DATEV Sicherheits-Paket
  • Veeam Backup (VSS nicht erreichbar)
  • Spiele mit Vulkan-API
  • PC Mark, Geekbench 5

Leistungsvergleich 7-Zip: Native ARM-Apps waren 50 Prozent effizienter als emulierte x64-Varianten bei dreifachem Stromverbrauch der emulierten Variante.

Was sich bis 2025 verändert hat

Copilot Plus PCs auf Snapdragon X Elite

Die 2024 eingeführten Copilot Plus PCs mit Snapdragon X Elite übertreffen in Multi-Core-Benchmarks AMD Ryzen 7 und Intel Core Ultra. Der Sprung gegenüber dem SQ1 von 2020 ist erheblich.

Verbesserungen für den Unternehmenseinsatz:

  • Druckertreiber: Microsoft hat die ARM-Treiber-Unterstützung in Windows 11 24H2 deutlich verbessert. Viele Druckerhersteller liefern native ARM-Treiber (HP, Epson, Canon).
  • DATEV: DATEV unterstützt Windows on ARM ab 2024 für die Kernprodukte. Einzelne Module sind noch ausgenommen. Aktuellen Stand unter datev.de/systemvoraussetzungen prüfen.
  • ESET: Endpoint Security läuft auf ARM nativ.
  • Microsoft 365 Apps: Vollständig native ARM-Apps, deutlich performanter als 2020.

Was noch Vorsicht erfordert

  • Veeam Backup: ARM-Unterstützung ist in bestimmten Versionen verfügbar, aber nicht alle Produktlinien. Kompatibilität vor Beschaffung prüfen.
  • Ältere Branchensoftware: Hersteller, die ihre Software nicht aktiv pflegen, bieten keine ARM-Optimierung.
  • VPN-Clients: Cisco AnyConnect läuft emuliert, native ARM-Version ist im Rollout. GlobalProtect und FortiClient haben native Versionen.

Für wen ARM-PCs 2025 sinnvoll sind

Gut geeignet:

  • Mitarbeitende mit M365-Workflow (Outlook, Teams, Excel, Word)
  • Remote-Arbeitsplätze, bei denen Akkulaufzeit entscheidend ist (bis 22 Stunden laut Hersteller)
  • Leichte Reise-Notebooks ohne intensive lokale Rechenaufgaben

Weniger geeignet:

  • Buchführung mit DATEV-Modulen, die ARM noch nicht freigegeben haben
  • Veeam-basierte Backup-Infrastruktur ohne vorab geprüfte ARM-Kompatibilität
  • Spezialsoftware für Branchen mit langsamen Update-Zyklen (Medizintechnik, Fertigung)

Empfehlung für die Beschaffung

Vor der Beschaffung von ARM-PCs für Unternehmensumgebungen:

  1. Alle produktiven Softwaretitel auf ARM-Kompatibilität prüfen (Herstellerwebseite, Systemvoraussetzungen)
  2. Einen Testgerät in der Produktivumgebung betreiben, nicht nur Demo-Aufgaben
  3. Druckertreiber im eigenen Netzwerk testen
  4. VPN-Client des Unternehmens auf ARM-Unterstützung prüfen

Netzleiter führt Hardware-Kompatibilitätsprüfungen für KMU und Praxen durch und berät bei der PC-Beschaffung.

Hotline: 040 25 499 500 | support@netzleiter.com

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