(aktualisiert am ) · Mehdi Aroui · Cybersecurity · Lesedauer von ca. 3 Min.
BSI warnt vor Kaspersky: Was Unternehmen jetzt tun sollten
Das BSI hat am 15. März 2022 vor Kaspersky-Virenschutzsoftware gewarnt und empfiehlt, sie durch andere Produkte zu ersetzen. Die Warnung steht weiter auf der BSI-Seite, seit dem 6. Dezember 2025 stützt sie sich auf § 13 BSIG. Wer eine Alternative sucht: ESET, vom ESET Silver Partner Netzleiter.

BSI-Warnung: Hintergrund und aktueller Stand
Am 15. März 2022 warnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor dem Einsatz von Virenschutzsoftware des russischen Herstellers Kaspersky und empfahl, Anwendungen aus dem Portfolio durch alternative Produkte zu ersetzen. Ein Verbot ist das nicht. Nach den FAQ des BSI ist die Nutzung in Deutschland nicht verboten, einzelne Staaten haben sie in ihrer Verwaltung untersagt.
Die Begründung des BSI: Virenschutzsoftware hat weitreichende Systemberechtigungen und muss zumindest für Aktualisierungen eine dauerhafte, verschlüsselte und nicht prüfbare Verbindung zu Servern des Herstellers unterhalten. Im Kontext des Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt, könnte ein russischer Hersteller selbst offensive Operationen durchführen, gegen seinen Willen dazu gezwungen oder als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht werden. Alle Nutzer können davon betroffen sein, Unternehmen und Behörden mit besonderen Sicherheitsinteressen sowie Betreiber Kritischer Infrastrukturen in besonderem Maße.
Stand 18. Oktober 2026: Das BSI führt die Warnung weiter unter seinen Warnungen nach § 13 BSIG. Seit dem 6. Dezember 2025 ist die Warnvorschrift durch das NIS-2-Umsetzungsgesetz in § 13 BSIG geregelt, die Pressemitteilung von 2022 trägt im BSI-Archiv den Vermerk archiviert. Eine Rücknahme der Empfehlung steht dort nicht (abgerufen am 18. Oktober 2026).
Was die Warnung konkret bedeutet
Die Warnung gilt der Virenschutzsoftware von Kaspersky. Zu anderen Produkten des Unternehmens, etwa einem Passwortmanager, hat das BSI keine Aussage getroffen. Aus den FAQ des BSI folgt für Unternehmen:
- Kaspersky-Anwendungen durch alternative Produkte ersetzen, wobei das BSI keine bestimmten Anbieter empfiehlt
- Den Schutz nicht ohne Alternative abschalten, das BSI nennt es “Ablösen statt Abschalten”
- Die Lage im eigenen Betrieb bewerten und bei Bedarf externe Hilfe holen
Das BSI nennt Betreiber Kritischer Infrastrukturen sowie Unternehmen und Behörden mit besonderen Sicherheitsinteressen ausdrücklich als besonders betroffen. Wer in einer Arztpraxis oder einem MVZ Patientendaten verarbeitet, sollte die Bewertung zeitnah vornehmen.
ESET als Alternative
Netzleiter ist ESET Silver Partner. ESET ist ein europäisches Sicherheitsunternehmen aus der Slowakei. Im Wartungsvertrag setzen wir ESET PROTECT Advanced ein, ab NetzleitAIR-Proaktiv ESET PROTECT Complete, beide zentral über eine Konsole verwaltet.
Typische Migrationsschritte beim Wechsel von Kaspersky auf ESET PROTECT:
- Bestandsaufnahme aller Kaspersky-Installationen (Server, Clients, mobile Endgeräte)
- ESET PROTECT Console aufsetzen und Lizenzen zuweisen
- Kaspersky im Silent Mode deinstallieren, ESET remote ausrollen
- Erstkontrolle: Scan-Status und Update-Stand in der Konsole prüfen
- Kaspersky-Serverkomponenten nach Schonfrist entfernen
Der Wechsel lässt sich im laufenden Betrieb durchführen. Wie viel Begleitung er braucht, hängt von der Zahl der Geräte und Server ab, das klären wir vorab im Gespräch.
Warum ein Wechsel sorgfältig geplant gehört
Antivirussoftware ist kein Plug-and-play-Produkt. Sie greift tief in Betriebssystemfunktionen ein. Ein unkoordinierter Austausch kann Schutzlücken erzeugen oder laufende Prozesse unterbrechen, und ohne Vorbereitung abgeschaltete Sicherheitsprodukte lassen ein Netz nach Einschätzung des BSI möglicherweise schutzlos gegen Angriffe aus dem Internet zurück. Wer Kaspersky in einer Server-Umgebung oder auf medizinischen Arbeitsstationen betreibt, plant den Wechsel mit einem Testsystem vor.
Häufige Fragen
Wie aktuell ist die BSI-Warnung vor Kaspersky?
Stand 18. Oktober 2026 führt das BSI die Warnung vom 15. März 2022 weiter unter seinen Warnungen nach § 13 BSIG und empfiehlt unverändert, Kaspersky-Virenschutzsoftware durch alternative Produkte zu ersetzen. Verboten ist die Nutzung in Deutschland nach den FAQ des BSI nicht.
Betrifft die Warnung auch andere Kaspersky-Produkte?
Das BSI warnt vor der Virenschutzsoftware von Kaspersky. Zu anderen Produkten des Unternehmens hat es keine Aussage getroffen.
Wie läuft ein Wechsel von Kaspersky auf ESET ab?
In fünf Schritten: Bestandsaufnahme aller Kaspersky-Installationen, Aufsetzen der ESET PROTECT Console mit Lizenzzuweisung, Silent-Mode-Deinstallation von Kaspersky mit gleichzeitigem ESET-Rollout, Erstkontrolle von Scan-Status und Update-Stand, und Entfernung der Kaspersky-Serverkomponenten nach einer Schonfrist. Der Wechsel lässt sich im laufenden Betrieb durchführen.
Netzleiter unterstützt bei Migrationsplanung, Rollout und laufendem Monitoring. Hotline: 040 25 499 500.




