(aktualisiert am ) · Mehdi Aroui · Produktivität · Lesedauer von ca. 5 Min.
Google Business Profile: 360-Grad-Innenansicht einrichten
Mit 360-Grad-Fotos im Google Business Profile sehen potenzielle Kunden Ihre Räume, bevor sie klingeln. Wie das heute funktioniert, welche technischen Vorgaben Google macht und was es für die lokale Sichtbarkeit bringt.

Hinweis (Stand Oktober 2026): Das frühere Programm “Street View Indoor” bzw. “Google Maps Business View” ist seit mehreren Jahren in das Google Business Profile (früher Google My Business) aufgegangen. Ein separates Indoor-Programm gibt es nicht mehr. 360-Grad-Fotos werden wie andere Fotos in Google Maps hochgeladen, die aktuelle Anleitung steht in der Google Maps-Hilfe zu 360-Fotos (abgerufen am 18. Oktober 2026).
Wer in Hamburg eine Praxis, einen Handwerksbetrieb oder ein kleines Büro betreibt, hat oft das gleiche Problem: Neue Kunden wissen nicht, was sie erwartet, bevor sie das erste Mal klingeln. Eine 360-Grad-Innenansicht im Google Business Profile schließt diese Lücke. Interessenten sehen Warteraum, Empfang oder Werkstatt direkt in Google Maps, noch bevor sie sich auf den Weg machen.
Was ist aus “Street View Indoor” geworden?
Das ursprüngliche Google-Programm hieß “Street View Indoor” und lief ab 2012 in Deutschland. Damals waren ausschließlich zertifizierte Google-Fotografen berechtigt, Innenansichten hochzuladen. Das Programm wurde Schritt für Schritt in Google My Business integriert, das wiederum 2022 in Google Business Profile umbenannt wurde.
Heute gibt es zwei Wege:
- Fotograf beauftragen: Ein Fotograf mit 360-Kamera nimmt die Räume auf und lädt die Bilder hoch oder liefert sie Ihnen zum Hochladen. Welche Veröffentlichungswerkzeuge von Drittanbietern es gibt, listet Google auf der Street-View-Website, die Liste ist laut Google nicht vollständig.
- Selbst aufnehmen: Wer eine 360-Grad-Kamera oder eine digitale Spiegelreflexkamera mit Stitching-Software besitzt, kann die Fotos in der Google Maps App für Android oder im Browser am Computer hochladen und mit dem eigenen Profil verbinden. Die offizielle Anleitung dazu findet sich in der Google Maps-Hilfe zu 360-Fotos.
Beide Wege führen dazu, dass die Aufnahmen in Google Maps erscheinen.
Warum lohnt sich das für KMU?
Vertrauen entsteht vor dem ersten Besuch. Wer online nach einem Elektriker, einer Zahnarztpraxis oder einem IT-Dienstleister sucht, vergleicht mehrere Treffer. Ein vollständiges Google-Profil mit Fotos und Innenansicht gibt Interessenten einen Eindruck vom Betrieb und beantwortet Fragen, die sonst am Telefon landen: Wo ist der Eingang, wie sieht der Empfang aus, gibt es einen Warteraum?
Besonders für Branchen mit physischem Kundenkontakt, also Arztpraxen, Friseursalons, Handwerksbetriebe oder kleine Büros, ist das eine kostengünstige Ergänzung des Profils.
Wer braucht einen Fotografen?
Wer selbst keine 360-Kamera hat und keine kaufen möchte, ist mit einem Fotografen gut bedient. Der Aufwand ist überschaubar: ein Termin von ein bis zwei Stunden, je nach Raumgröße. Fragen Sie vorab nach Preis und Lieferzeit, beides legt der Fotograf fest.
Selbst fotografieren lohnt sich, wenn Sie bereits eine geeignete Kamera besitzen oder ohnehin regelmäßig aktualisieren wollen. Die Kamera muss 360-Grad-Fotos erzeugen, nicht nur Weitwinkel-Aufnahmen. Google gibt für 360-Fotos folgende Mindestanforderungen vor:
- mindestens 7,5 Megapixel (3840 × 1920 Pixel)
- Seitenverhältnis 2:1
- nicht größer als 75 MB
- keine Lücken am Horizont und keine auffälligen Fehler beim Zusammenfügen
- scharf und ohne Bewegungsunschärfe
Für Aufnahmen in Innenräumen empfiehlt Google, die Kamera in 1,20 bis 1,80 m Höhe fest anzubringen, die Fotos im Abstand von etwa einem Meter aufzunehmen und sich auf höchstens 100 Fotos zu beschränken.
Schritt für Schritt: So richten Sie es ein
Über einen Fotografen:
- Fotografen mit 360-Grad-Erfahrung in Ihrer Region suchen und Preis, Lieferzeit und Dateiformat abstimmen.
- Termin vor Ort vereinbaren (ein bis zwei Stunden, abhängig von der Fläche).
- Die Bilder nach den Google-Vorgaben prüfen und im Business-Profil hochladen oder über das Werkzeug des Fotografen veröffentlichen.
Selbst hochladen:
- Die Aufnahmen mit der 360-Kamera erstellen und die Mindestanforderungen von Google prüfen.
- In der Google Maps App für Android oder im Browser am Computer das 360-Foto wie ein reguläres Foto hochladen, mit dem Google-Konto, das mit Ihrem Business-Profil verknüpft ist.
- Warten, bis Google das Bild verarbeitet hat. Bei der Veröffentlichung über Drittanbieter-Werkzeuge nennt Google bis zu vier Tage Verarbeitungszeit.
Parallel dazu können Sie im Google Business Profile unter “Fotos” weitere reguläre Fotos (Innenraum, Team, Produkte) hochladen. Diese erscheinen zusätzlich zur 360-Tour.
Was bringt das für lokale SEO konkret?
Google nennt in der Hilfe zum Google Business Profile drei Faktoren für das Ranking in lokalen Suchergebnissen: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Für die Relevanz zählen lückenlose und ausführliche Unternehmensinformationen, die Bekanntheit hängt laut Google unter anderem von der Zahl der Websites ab, die auf das Unternehmen verweisen, und von der Zahl der Rezensionen (Google Business Profile-Hilfe, abgerufen am 18. Oktober 2026). Fotos nennt Google an dieser Stelle nicht als eigenen Rankingfaktor.
Der Nutzen einer 360-Tour liegt deshalb im Vertrauen und in weniger Rückfragen, nicht in einem zugesagten Platz im Maps-Ergebnis. Wichtiger für das Ranking sind ein vollständig gepflegtes Profil und Bewertungen.
Wer seine digitale Sichtbarkeit systematisch aufbauen möchte, findet bei uns einen Ansprechpartner für den technischen Unterbau: Website und IT-Basis. Die 360-Aufnahme selbst organisieren die meisten Betriebe dann eigenständig oder über einen lokalen Fotografen. Bei konkreten Fragen helfen wir über unsere Managed-IT-Support-Seite weiter oder direkt über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Gibt es das Programm “Street View Indoor” noch?
Nein. Das ursprüngliche Programm ist seit mehreren Jahren vollständig in das Google Business Profile aufgegangen. 360-Grad-Fotos werden wie andere Fotos in Google Maps hochgeladen, ein separates Indoor-Programm existiert nicht mehr.
Brauche ich einen Fotografen für 360-Grad-Fotos?
Nur wenn Sie selbst keine 360-Kamera besitzen. Ein Fotograf übernimmt den Termin vor Ort, in der Regel in ein bis zwei Stunden. Wer bereits eine geeignete 360-Kamera hat, kann die Aufnahmen selbst in der Google Maps App für Android oder im Browser hochladen, wenn sie die Vorgaben von Google erfüllen: mindestens 7,5 Megapixel, Seitenverhältnis 2:1, höchstens 75 MB.
Wie wirkt sich eine 360-Grad-Innenansicht auf lokale SEO aus?
Google nennt Relevanz, Entfernung und Bekanntheit als Faktoren für lokale Suchergebnisse. Ein vollständiges Profil stützt die Relevanz, Fotos nennt Google nicht als eigenen Rankingfaktor. Eine 360-Tour schafft vor allem Vertrauen vor dem ersten Besuch.




