· Mehdi Aroui · Produktivität · Lesedauer von ca. 3 Min.
Lithium-Ionen-Akkus richtig pflegen: Lebensdauer verlängern
Falsch geladen, falsch gelagert: Lithium-Ionen-Akkus altern schneller als nötig. Konkrete Tipps zum richtigen Umgang mit Akkus in Smartphones, Laptops und Tablets.

Lithium-Ionen-Akkus sind in nahezu jedem mobilen Gerät verbaut: Smartphones, Laptops, Tablets, kabellose Mäuse. Ihre Lebensdauer ist begrenzt, aber der Rahmen, in dem sie altern, hängt stark vom Nutzungsverhalten ab. (Stand 2026: Die beschriebenen Pflegehinweise gelten für aktuelle Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus unverändert.)
Wie Lithium-Ionen-Akkus funktionieren
Lithium-Ionen bewegen sich beim Laden und Entladen zwischen Anode (Kohlenstoff) und Kathode (meist Kobalt-, Nickel- oder Mangan-Verbindungen) durch einen flüssigen Elektrolyten. Jeder Ladevorgang und jede mechanische oder thermische Belastung verändert die Struktur dieser Materialien minimal. Mit der Zeit nimmt die Kapazität ab.
Konkrete Tipps für längere Akkulaufzeit
Das richtige Ladegerät verwenden
Nur vom Hersteller empfohlene Ladegeräte und -kabel einsetzen. Billiges Zubehör ohne Qualitätszertifizierung kann den Akku übersteuern und beschädigen.
Tiefentladung vermeiden
Laden Sie bei 20 bis 30 Prozent Restkapazität, nicht erst wenn das Gerät abschaltet. Tiefe Entladungen belasten die Chemie des Akkus überproportional.
Übernacht am Strom vermeiden
Dauerhaftes Vollladen (100 Prozent über Stunden) beschleunigt die Alterung. Praktisch ist ein Ladeziel von etwa 80 bis 90 Prozent für den Alltag, wenn das Betriebssystem oder die Ladesoftware das ermöglicht.
Wärme ist der Hauptfeind
Hitze beschleunigt chemische Abbauprozesse im Akku deutlich. Gerät nicht in der prallen Sonne lassen, nicht auf weichen Unterlagen betreiben (Überhitzung durch verdeckte Lüftungsöffnungen), nicht im heißen Auto lagern.
Kühle, trockene Lagerung
Geräte, die längere Zeit nicht genutzt werden, idealerweise bei 40 bis 60 Prozent Ladestand und Raumtemperatur lagern.
Was das für Unternehmen bedeutet
In Unternehmensumgebungen mit vielen mobilen Endgeräten summieren sich frühe Akkudefekte zu messbaren Kosten. Strukturierte Richtlinien zum Umgang mit Laptops und Smartphones reduzieren Ausfälle und verlängern die Nutzungszeit der Geräte. Ein zentrales Monitoring der Endgeräte macht solche Muster sichtbar, bevor der Akku zum Support-Fall wird, mehr dazu im Beitrag NinjaOne RMM: Monitoring und Patch-Management für KMU.
Wer für sein Unternehmen eine strukturierte Geräteverwaltung aufbauen möchte, erreicht den Vertrieb unter 040 20 94 97 67 oder vertrieb@netzleiter.com.
Häufige Fragen
Sollte ich meinen Laptop-Akku bei Dauerbetrieb ausbauen?
Bei fest verbauten Akkus, wie in den meisten aktuellen Laptops, ist das nicht möglich und auch nicht nötig. Wichtiger ist, dauerhaftes Volladen zu vermeiden und Hitze fernzuhalten.
Wie oft sollte ich mein Smartphone vollständig entladen?
Gar nicht. Eine vollständige Entladung bis 0 Prozent belastet die Akkuzellen unnötig. Ein Ladebereich zwischen etwa 20 und 90 Prozent schont die Kapazität langfristig deutlich besser.
Verliert ein ungenutzter Akku auch ohne Nutzung an Kapazität?
Ja. Lithium-Ionen-Akkus altern auch bei Nichtgebrauch, wenn auch langsamer. Lagerung bei 40 bis 60 Prozent Ladestand und Raumtemperatur verlangsamt diesen Effekt am stärksten.
Ab wann lohnt sich ein Akkutausch statt Neukauf?
Sinkt die Kapazität spürbar unter 80 Prozent des Ursprungswerts, wirkt sich das im Arbeitsalltag meist schon aus. Bei sonst funktionstüchtigen Geräten ist ein Akkutausch oft wirtschaftlicher als eine Neuanschaffung.



