· Mehdi Aroui · cybersecurity · 2 min read
KRACK: Kritische Schwachstelle in WPA2-WLAN-Verschlüsselung
Der WPA2-Standard für WLAN-Netzwerke weist kritische Schwachstellen auf, die alle aktuellen WLAN-fähigen Geräte betreffen. Was das BSI empfiehlt und was Unternehmen tun sollten.
Auch fast zehn Jahre später bleibt der KRACK-Fall lehrreich, weil er zeigt, wie ein etablierter Sicherheitsstandard durch Implementierungsfehler ausgehebelt werden kann und wie wichtig regelmäßige Firmware-Updates für Netzwerkgeräte sind. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat am 16. Oktober 2017 eine Warnung zu kritischen Schwachstellen im WPA2-Sicherheitsstandard für WLAN-Netzwerke veröffentlicht. Die als KRACK (Key Reinstallation Attack) bezeichneten Schwachstellen betreffen alle aktuellen WLAN-fähigen Geräte, unabhängig von Hersteller oder Betriebssystem.
Was KRACK ermöglicht
Ein Angreifer im WLAN-Funkbereich kann die Schwachstellen ausnutzen, um den verschlüsselten WLAN-Datenverkehr zu entschlüsseln und mitzulesen. Das bedeutet: Daten, die über WLAN übertragen werden, gelten als potenziell kompromittierbar, selbst wenn die WPA2-Verschlüsselung aktiv ist.
Besonders stark betroffen:
- Android-Geräte
- Linux-basierte Systeme
Eingeschränkt betroffen:
- Windows-Systeme
- Apple-Geräte (macOS, iOS)
Ein wichtiger Faktor: Der Angreifer muss sich physisch im Funkbereich des WLAN-Netzwerks befinden. Remote-Angriffe über das Internet sind mit dieser Methode nicht möglich.
BSI-Empfehlungen
Das BSI rät bis zur Verfügbarkeit von Sicherheitsupdates:
- Kein Online-Banking und kein Online-Shopping über WLAN durchführen
- Für sensible Datenübertragungen einen VPN-Tunnel verwenden
- Kabelgebundene Verbindungen bevorzugen, wo verfügbar
- WPA2 trotz der Schwachstelle nicht deaktivieren, da ältere Standards wie WEP oder WPA erheblich unsicherer sind
- Sicherheitsupdates umgehend einspielen, sobald sie vom Gerätehersteller bereitgestellt werden
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Für Unternehmensumgebungen gelten diese Schritte:
- Access Points und Router auf verfügbare Firmware-Updates prüfen
- Betriebssystem-Updates auf allen WLAN-fähigen Geräten einspielen
- Sensible Kommunikation bis zur Behebung über VPN leiten
- Mitarbeitende informieren, dass WLAN aktuell als unsicher einzustufen ist
Netzleiter unterstützt Unternehmen beim Update von Access Points und Routern sowie bei der Einrichtung von VPN-Verbindungen für sichere Kommunikation.



