· Mehdi Aroui · medical-it · 2 min read
Digitale Signaturen für eRezept: Signaturarten im Überblick
Mit dem verpflichtenden eRezept seit Januar 2024 müssen Ärzte digitale Signaturen zuverlässig beherrschen. Ein Überblick über die drei Signaturarten und ihre Einsatzbereiche.
Mit der verpflichtenden Einführung des elektronischen Rezepts ab dem 1. Januar 2024 sind digitale Signaturen im Praxisalltag keine Option mehr, sondern Pflicht. Für Hamburger Arztpraxen ist diese Compliance-Anforderung zentral. Gleichzeitig gilt das für die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die über die Telematikinfrastruktur an Krankenkassen übermittelt wird. Praxen, die Softwareupdates versäumen oder keine funktionsfähige Signaturlösung betreiben, riskieren Sanktionen.
Was eine digitale Signatur leisten muss
Eine digitale Signatur erfüllt zwei Kernfunktionen: Sie bestätigt die Identität des Unterzeichners und stellt sicher, dass das Dokument seit der Signierung nicht verändert wurde. Im eRezept-System ist sie damit die Grundlage für Authentizität, Rechtssicherheit und Datenschutz.
Die drei Signaturarten im Vergleich
Einzelsignatur
Jedes Rezept wird separat signiert. Das gibt dem Arzt maximale Kontrolle über jeden Unterschriftsvorgang. Im Praxisbetrieb mit vielen Verschreibungen ist dieser Weg zeitintensiv und für den Dauerbetrieb wenig geeignet.
Stapelsignatur
Mehrere Rezepte werden in einem einzigen Signiervorgang zusammengefasst. Das spart Zeit, ohne die Sicherheit zu reduzieren. Für Praxen mit regelmäßigem Verschreibungsvolumen ist die Stapelsignatur eine effiziente Lösung.
Komfortsignatur
Die Komfortsignatur ermöglicht nach einmaliger PIN-Authentifizierung das Signieren von bis zu 250 Dokumenten innerhalb von 24 Stunden, ohne die PIN erneut eingeben zu müssen. Das vereinfacht den Arbeitsfluss erheblich und ist die bevorzugte Option für hochfrequente Verschreibungsprozesse.
eAU über die Telematikinfrastruktur
Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) läuft über dieselbe Infrastruktur. Ärzte senden die Bescheinigung direkt über das Praxisverwaltungssystem an die Krankenkasse. Arbeitgeber können die Daten dort abrufen, ohne dass Patienten ein Papierdokument benötigen.
Fazit
Einzelsignatur, Stapelsignatur und Komfortsignatur erfüllen unterschiedliche Anforderungen im Praxisalltag. Wer täglich viele Rezepte ausstellt, spart mit der Komfortsignatur erheblich Zeit. Entscheidend ist, dass das Praxisverwaltungssystem alle drei Varianten unterstützt und korrekt konfiguriert ist. Technische Probleme mit dem Konnektor oder veraltete Software können den gesamten Signaturprozess blockieren und damit den Praxisbetrieb gefährden.


