· Mehdi Aroui · Medical IT · Lesedauer von ca. 2 Min.
KIM: Kommunikationsstandard der Telematikinfrastruktur
KIM ermöglicht Arztpraxen den sicheren Versand von eArztbrief und eAU über die Telematikinfrastruktur. Was technisch nötig ist und was es kostet.

KIM (Kommunikation im Medizinwesen) ist der Dienst der Telematikinfrastruktur, über den Praxen, Krankenhäuser und Kostenträger medizinische Dokumente Ende-zu-Ende-verschlüsselt und elektronisch signiert austauschen. Dieser Beitrag wurde mit Blick auf den Stand 2026 überarbeitet. Kommunikation ist ein zentraler Bestandteil medizinischer Versorgung. Das System funktioniert ähnlich wie E-Mail, jedoch mit durchgehender Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und elektronischer Signatur.
Was KIM leistet
Praxen können über KIM medizinische Dokumente, Befunde und Nachrichten direkt an andere Praxen, Krankenhäuser oder Kostenträger versenden. Für Hamburger Arztpraxen ist KIM ein Muss bei der TI-Integration. Kein Fax, keine unverschlüsselte E-Mail. Wie Einrichtung und Betrieb konkret ablaufen, zeigt unsere Spezialseite KIM bei Medical IT.
Erste Pflichtanwendungen:
- Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU): seit dem 1. Oktober 2021 Pflicht zur elektronischen Übermittlung an Krankenkassen
- Elektronischer Arztbrief (eArztbrief): über KIM versendete Arztbriefe werden gesondert vergütet
Technische Voraussetzungen
Für die KIM-Einrichtung benötigt eine Praxis:
- E-Health-Konnektor oder ePA-Konnektor
- Vertrag mit einem zugelassenen KIM-Anbieter
- Client-Modul und Integration in das Praxisverwaltungssystem
- Elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) Generation 2.0 oder neuer
Kostenübersicht
| Komponente | Kosten |
|---|---|
| Update E-Health-Konnektor | 530 Euro einmalig |
| Update ePA-Konnektor | 400 Euro einmalig |
| KIM-Dienst Einrichtung | 200 Euro einmalig |
| KIM-Betriebskosten | 23,40 Euro pro Quartal |
| eHBA | 11,63 Euro pro Quartal je Arzt |
Die Betriebskosten sind überschaubar. Der Einrichtungsaufwand hängt vom Zustand des Konnektors und des Praxisverwaltungssystems ab.
Einrichtung durch Netzleiter
Netzleiter verfügt über die KoCoBox-Konnektor-Zertifizierung der Gematik und verbindet regelmäßig Ärzte, Zahnärzte und psychologische Psychotherapeuten mit der Telematikinfrastruktur. Bei der Einrichtung übernimmt Netzleiter Konnektor-Update, KIM-Konfiguration und PVS-Integration.
Wer noch keine KIM-Anbindung hat oder prüfen möchte, ob die bestehende Konfiguration korrekt funktioniert, kann eine kostenlose Erstberatung vereinbaren.
Häufige Fragen
Ist KIM für alle Praxen Pflicht?
Ja, für Praxen mit Anbindung an die Telematikinfrastruktur ist KIM Voraussetzung, um eAU und eArztbrief korrekt zu übermitteln. Ohne KIM-Anbindung fehlt der gesetzlich vorgesehene sichere Kommunikationsweg.
Was unterscheidet KIM von normaler E-Mail?
KIM verschlüsselt jede Nachricht durchgehend zwischen Sender und Empfänger und signiert sie elektronisch. Normale E-Mail bietet diesen Schutz nicht und ist für medizinische Dokumente nicht zulässig.
Welche Hardware braucht eine Praxis für KIM?
Erforderlich sind ein E-Health- oder ePA-Konnektor, ein Vertrag mit einem zugelassenen KIM-Anbieter, die Integration in das Praxisverwaltungssystem und ein elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) Generation 2.0 oder neuer.
Wie lange dauert die KIM-Einrichtung?
Der Aufwand hängt vom Zustand des vorhandenen Konnektors und des Praxisverwaltungssystems ab. Bei bereits laufender TI-Anbindung ist die KIM-Einrichtung meist in wenigen Tagen abgeschlossen.
Diesen Beitrag gibt es als vertiefte Fassung speziell für Arztpraxen und MVZ auf medical-it.org, der Praxis-IT-Marke von Netzleiter.



